BUND Kreisverband Wetterau

BUND KV Wetterau stellt Mustereinwendung gegen dritte Halle in Hammersbach bereit

Wetteraukreis - 3. Mai 2021

Der BUND Kreisverband Wetterau hat zusammen mit dem Kreisverband Wetterau des NABU und der Bürgerinitiative "Schatzboden" eine Mustereinwendung gegen die in Langen-Bergheim geplante dritte riesige Logistikhalle erstellt.Dort läuft noch bis zum 14. Mai die Öffentlichkeitbeteiligung zum Entwurf eines Bebauungsplanes.

Wie Dr. Werner Neumann, Vorsitzender des Kreisverbandes Wetterau des BUND feststellte, erfüllt die Planung in 11 Punkten keine Anforderungen des Umwelt- und Naturschutzes. Es wurde keine Alternativen einbezogen, zumal eine benachbarte Halle derzeit leer steht. Der Bodenschutz entzieht der Landwirtschaft gute Böden. Es gibt weder für den Bodenentzug noch für Naturschäden Vorschläge zu Kompensationsmaßnahmen. Stattdessen wird eine entlang der Autobahn angelegte Hecke beeinträchtigt werden, die schon als Kompensation für andere Vorhaben diente.

Insbesondere drohen schwere Schäden im Trinkwasserhaushalt. Die Planer überlegen sogar schon, ob sie Wasser aus Altenstadt liefern lassen, weil die Trinkwasserreserven in Limeshain für den Wasserbedarf der Logistikhallen nicht mehr ausreichen könnten.

Hinzu kommen erhebliche Beeinträchtigungen durch den LKW-Verkehr, Lärm und Schadstoffemissionen. Die Auswirkungen auf die Wohnbebauung sind unzureichend untersucht worden. Dies zeige, so Neumann, dass die Grenzen des Wachstums dieser Logistikhallen nun erreicht seien.

Die Kreisverbände von BUND, NABU und Bürgerinitiative Schatzboden bitten daher die Bürger*innen in Hammersbach aber auch in Limeshain, Büdingen und darüber hinaus die Mustereinwendung zu unterzeichnen und an den "Zweckverband Limes" zu senden.

Schon bei der Kommunalwahl hatte sich gezeigt, dass es nun eine Mehrheit in der Gemeindevertretung Hammersbach gegen die dritte Halle gibt. Zusammen mit dem Bürgerprotest könnte diese Halle mit ihren immensen Auswirkungen verhindert werden.

Die Mustereinwendung findet man hier ► Mustereinwendung

und

www.schatzboden.org

Die Unterlagen zum Entwurf "Erweiterung West" findet man bei:

www.gewerbegebiet-limes.de/bebauungsplaene

Rückfragen an:

BUND KV Wetterau, Dr. Werner Neumann, Mobil 0172 – 6673815


BUND KV Wetterau sieht klares Votum gegen Logistikhallen

Kommunalwahl gibt klares Votum gegen Logistikhallen und für Bodenschutz, Naturschutz, Grundwasserschutz

Wetteraukreis - 23. März 2021

Der Vorsitzend des Kreisverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Dr. Werner Neumann begrüßt, dass die Kommunalwahlen in mehreren Kommunen ein klares Votum gegen den Bau neuer riesiger Logistikhallen ergeben hat. Die Wähler*innen haben sich hingegen für den Schutz wertvollen landwirtschaftlichen Bodens, Grundwasserschutz und Naturschutz entschieden.

Die Kommunalwahl hat dort, wo riesige Logistikhallen gebaut werden sollen oder schon errichtet wurden, eine klare Verschiebung zu den Gegnern dieser Hallen gebracht. Sowohl B90/ Die Grünen als auch Wählergemeinschaften setzen sich für den Schutz von Boden und Grundwasser ein, für den Erhalt wertvollen Ackerbodens, und gewannen deutlich. Vor allem die SPD, die sich in mehreren Kommunen als Protagonist der Investoren aufgebaut hatte, verlor erhebliche Stimmenanteile.

In Hammersbach bewirkte der Zuwachs der B90/Die Grünen auf 18 %, dass die SPD, die sich Hauptbetreiber des Baus von Logistikhallen auf einer Fläche von über 40 ha versteht, mit 46,4 % ihre absolute Mehrheit verlor. B90/Die Grünen und die Hammersbacher CDU, die sich im Wahlkampf klar gegen eine dritte Halle positionierten, haben nun die Mehrheit der Sitze und damit die Möglichkeit, weitere Planungsschritte zu stoppen. Im benachbarten Limeshain ging die SPD von 65 % auf 50,3 % zurück. B90/Die Grünen gewannen 23 %. Dies alles kann dazu führen, dass Beschlüsse des Zweckverbandes "LIMES" für weiteren Hallenbau gestoppt werden können.

Besonders stark war die Auswirkung in Lich. Die SPD in Lich verlor 15 % Stimmenanteil. Dort gewann die „Bürgerliste für Lich“ auf Anhieb 27 %. Die Wählergemeinschaft war aus dem Protest gegen die dortige Halle des Investors Dietz AG gegründet worden, der auch Hallen in Neu-Eichenberg geplant hatte und in Hammersbach realisierte. Im Aufsichtsrat der Dietz AG hat der frühere SPD Wirtschaftsminister Lothar Klemm den Vorsitz.

In Wölfersheim verlor die SPD 10 %, konnte aber ihre absolute Mehrheit halten. B90/Die Grünen gewannen 10 % dazu. Dort wird gerichtlich durch mehrere Klageverfahren des BUND entschieden werden, ob der Lebensmittelkonzern REWE 20 ha besten landwirtschaftlichen Bodens unter Beton und Asphalt begraben darf.

In Echzell verlor die SPD mit 14% etwa genau so viel, wie die Grünen gewannen. Auch dies ist ein Zeichen sowohl gegen das benachbarte REWE Logistikzentrum als auch die im Bau befindliche Halle für Amazon in Echzell. Dort hat der BUND LV Hessen Beschwerde gegen die Aufhebung des zuvor erreichten Baustopps eingelegt.

Ebenso gibt es in Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) nun klare Mehrheiten gegen den Bau weiterer Logistikhallen. Im nordhessischen Neu-Eichenberg, in dem eine 80 ha große Ackerfläche unter Logistikhallen der Dietz AG zu verschwinden drohte, hat die Wähler*innen Gruppe: "Miteinander für Neu-Eichenberg" auf Anhieb 36 % erzielt. Die Ablehnung der Hallen, ist eines ihrer Kernziele, um stattdessen eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Da B90/Die Grünen 16 % und die Linken 5 % erhielten, ist eine Mehrheit zur Verhinderung der Logistikhallen möglich.


Bundesbündnis Bodenschutz zu Logistik-Plänen

Klimaschutz und Gerechtigkeit beginnen vor unserer Haustür

Hier gibt es weitere Info's ►  schatzboden.org/2021/01/30/bundesbuendnis-bodenschutz-zu-logistik-plaenen

Last uns nicht Boden-los werden

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