BUND Kreisverband Wetterau

BUND Ortsverband Karben/Niddatal spendet 2 Sitzbänke

Parkbank mit Ausblick zu den Störchen in den Wiesen Parkbank mit Ausblick zu den Störchen in den Wiesen  (Foto: Uli Loos)

Karben - 17. August 2022

Bereits seit 1986 gibt es den Ortsverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ( BUND ) hier in Karben. Verbunden mit den Feierlichkeiten zum 50jährigen Stadtjubiläum, hat der BUND Ortsverband Karben/Niddatal nun zwei massive Sitzbänke gespendet. An dem gut ausgebauten Weg in der Niddaaue von Klein-Karben zur Scharmühle Rendel wurden sie in Absprache mit der Stadt jeweils so aufgestellt, dass von dort aus die Storchennester gut zu beobachten sind, ohne dass man den beliebten Vögeln zu nahe kommt oder deren Fluchtdistanz missachten würde. Die Naturschützer weisen darauf hin, dass Hunde an diesem Ort unbedingt anzuleinen sind, um die Großvögel nicht zu verschrecken.


BUND OV Karben/Niddatal - Waldspaziergang 2022

Waldspaziergang 2022 Waldspaziergang 2022 - Sophie Lagast erklärt das vorgehen am Teich  (Foto: Eckhard Neitzel)

Karben - 25. Juli 2022

Es war einer der heißesten Tage des Jahres. Doch machten sich abends einige Interessierte auf, zum Waldspaziergang des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Ortsverband Karben/Niddatal teilzunehmen.

Der ca. 240 Hektar große Stadtwald ist die grüne Lunge der Stadt. Zugleich ist der Mischwald ein Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, Rohstofflieferant und ein Erholungsraum für Menschen. Um die Bürger mit ihrem Wald vertraut zu machen und für das bei genauem Blick ins Grün sichtbare Waldsterben zu sensibilisieren, lud der Ortsverband zu einem Waldspaziergang unter fachlicher Leitung ein. Treffpunkt des zweistündigen Spazierganges war der Grillplatz am Waldrand von Klein-Karben. Dort begrüßte Sylvia Neitzel, Sprecherin des BUND OV Karben/Niddatal, die Teilnehmenden und als Expertin Sophie Lagast, Betriebsassistentin von Hessen Forst aus dem Forstamt Nidda, als Ersatz für den erkrankten Förster Eckhard Richter. Begleitet wurde die Försterin von ihrem Hund Bo.

Die beiden Teiche sind fast verlandet

Die Gruppe erreichte den »großen« Teich. Dort hat Revierförster Eckhard Richter Bäume fällen und Baumkronen kappen lassen, damit wieder Regen in den Teich fällt und er, wie auch der ein Stück entfernte zweite kleinere Teich, nicht total beschattet ist. Der Wasserstand in beiden Teichen ist gering. Die Feuerwehr hat früher die Teiche mit Wasser aufgefüllt, um sie vor dem Verlanden zu retten. »Das ist strittig, weil es sich um Trinkwasser handelt«, sagt Neitzel. Rechts und links von den Teichen erstrecken sich »Kern- oder Stilllegungsflächen«. Sie machen laut Försterin Lagast rund zehn Prozent der Waldfläche aus. In diesen durch Windwurf- oder Schädlingsbefall entstandenen Gebieten verjüngt sich der Baumbestand natürlich, wird nichts angepflanzt.

»Bäume, die natürlich kommen, sind viel besser an den Standort angepasst und verfügen über ein stärkeres Wurzelwerk als Bäume aus Baumschulen.« Auf diesen Flächen stehen vor allem Buchen, Eschen und Ahornbäume. Einzelne Eschen sind teils am Stamm verbuscht. Brennnessel, Gras und Brombeeren gehören zu den ersten Konkurrenzpflanzen, die sich auf den freien Flächen ansiedeln.

Zu kämpfen hat der Stadtwald in Karben mit Austrocknung infolge des Klimawandels, Schädlingsanfälligkeit und Schädlingsbefall. Fichten und Buchen wachsen bei zunehmender Trockenheit nicht mehr. Eichen und Douglasien erweisen sich als klimaneutraler. Und auch Kiefern verfügen über eine höhere Trockenheitsresistenz. Aus diesem Grund wurden auf einer der rund ein Hektar großen, eingezäunten Flächen unter fast erntereifen Roteichen und Lärchen Küstentannen angepflanzt.

Küstentannen angepflanzt

»Küstentannen sind schattentolerant und trockenheitsresistent«, informiert die Försterin. Werden die Eichen oder Lärchen gefällt, dann wachsen die Bäume der im Westen Nordamerikas beheimateten Kiefernart schnell in die Höhe.

»Erntereif« sind die Eichen, wenn sie in Brusthöhe einen Durchmesser von 70 Zentimetern erreicht haben.

Zu den klimaresistenteren Baumarten gehören neben Küstentannen auch Baumhasel, die 300 Jahre alt werden können. Die zur Familie der Birkengewächse gehörenden Laubbäume sind von Südosteuropa und Kleinasien über den Kaukasus bis in den Himalaya verbreitet. Sie verfügen über ein »super« Wachstum, haben weniger Ansprüche an Wasser- und Nährstoffversorgung als heimische Baumarten. Auch Elsbeeren, die größte der einheimischen Rosengewächse, sind trockenheitsresistent im Gegensatz zu Buchen, die starke Probleme mit dem Klimawandel haben und unter Vitalitätsschwäche leiden.

Andere Baumarten leiden unter Schädlingsbefall wie die Ulmen. Das vor 30 Jahren beginnende Ulmensterben wurde durch den Großen Ulmensplintkäfer ausgelöst. Der zu den Borkenkäfern gehörende Käfer besiedelt die Rinde der Bäume. Beim Fressen und Bohren der Larvengänge in die Rinde überträgt er Sporen des Schlauchpilzes, der in den 1960er Jahren von Nordamerika mit infiziertem Holz nach Europa eingeführt wurde.

Allein durch die Aufzählung aller Gefahren wird deutlich, dass die Anpflanzung von Laubmischwäldern im Gegensatz zu Monokulturen wie Fichtenwäldern, die Risikostreuung geringer ist. Laut der Försterin besteht die Herausforderung darin, zu entscheiden, was auf den vielen durch Trockenheit oder Schädlingsbefall in den Wäldern entstandenen Freiflächen angepflanzt werden soll. Mit ihrem Waldmanagement kämpfen die Experten aus dem Forstamt Nidda gegen das Waldsterben in Zeiten des Klimawandels an. Klimaangepasste Mischwälder und ein schonender Waldwirtschaftsplan trügen zur Pflege des Erholungswaldes bei. Hierfür gebe es keine fertigen Modelle oder Konzepte. Gearbeitet werde »prozessorientiert mit den Grundsätzen der naturgemäßen Waldbewirtschaftung«.

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