Zu diesem Thema lädt der BUND Ortsverband Münzenberg den Fachmann Rainer Kling vom Physikalischen Verein in Frankfurt als Referenten ein. Da das Elektroauto zunehmend an Wichtigkeit gewinnt, hat der Vortrag eine besondere Bedeutung.
Kling vermittelt eindrucksvoll die rund 200 Jahre Entwicklungsgeschichte der Elektromobilität und welche Herangehensweise an eine physikalische und wirtschaftliche Thematik Ziel führende Lösungen hervorgebracht hat. Sie zeigen uns, welche Fähigkeiten uns vorangebracht haben und als Wirtschaftsstandort stark gemacht haben.
Peter Hünner vom BUND Ortsverbandsvorstand sagt: „Wir sind gespannt welche wirtschaftlichen Aspekte einer Technologie das Marktgeschehen dominieren und welche Entscheidungen uns aktuell bei der Autotechnikdiskussion zwingend in eine Sackgasse führen und welche Themen wir aufgreifen müssen, wenn wir wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren wollen“. Das BUND-Mitvorstandsmitglied Diethardt Stamm ergänzt: „Grundlegende Autotechnik findet in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion zu wenig statt, so dass das Fragezeichen hinter der Erfolgsgeschichte für den Wirtschaftsstandort Deutschland immer größer und dicker ausfällt.“
Die Fortbewegung mittels Fahrzeuge mit Elektroantrieb ist keine neuartige Idee. Tatsächlich liegen die Anfänge der E-Mobilität bereits im Jahr 1821. In diesem Jahr entstanden die ersten Grundlagen dafür. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Elektromobilität sogar eine Vorreiterrolle inne, so war die Zahl der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge doppelt so hoch wie jene mit Verbrennungsmotoren. Nicht allzu lange später wurden sie allerdings von diesen Klimaverschmutzungsmotoren abgelöst. Schon1821 sagte Michael Faraday: "Elektromagnetismus kann dauerhaft Rotation erzeugen". Und auf dieser Basis konstruierte Robert Anderson 1832 einen elektrischen Karren und stieg in einen Weg voller Höhen und Tiefen ein. Auf den „Karren“ folgt dann eine „Maschine“ mit mindestens vier Rädern, die Personen transportieren konnte. Im Physikalischen Verein stellte Philipp Wagner 1834 seinen elektrischen Rotationsapparat vor und meldetet ihn zum Patent an. Er erbaute eine 2 Tonnen schwere batterieelektrische Lokomotive, die mehrere Wagen ziehen konnte um die Leistungsfähigkeit dieses Antriebes zu demonstrieren. In seiner Patentschrift sind bereits alle Argumente enthalten, die auch heute im Zusammenhang mit der Elektromobilität genannt werden. Um 1900 gab es bereits rund 34.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge in den USA, die teils Reichweiten von über 100 Kilometer aufweisen konnten. Kling wird in seinem Vortrag die physikalischen Gesetzmäßigkeiten erklären, die über die Zukunft der Mobilität entscheiden und wird darstellen, welche Energieträger die dominierende Rolle spielen werden, weil sie die wirtschaftlichste Lösung darstellen und damit für die Wettbewerbsfähigkeit eines Industriestandortes entscheidend sind. Abschließend sagt das 3. BUND-Vorstandsmitglied Axel Fenchel: „Die Pferdekutsche als Alternative ist leider nicht realistisch, die Details ergeben sich aus dem Vortrag von Rainer Kling“.