Das Rechenzentrum von Bad Vilbel und weiteren Kommunen bis in die Mitte der Wetterau
Wetterau - 13. August 2025
Die anerkannten Naturschutzverbände im Wetteraukreis haben heute gemeinsam eine Stellungnahme zum B-Plan Nr. 64 - Im Schleid in Bad Vilbel und zur Planung des dortigen Rechenzentrums eingereicht.
Die Verbände - so der Vorsitzende des Kreisverbandes des BUND, Dr. Werner Neumann, der die Stellungnahme koordiniert hat, betonen, dass das Projekt eine 160 MW Rechenzentrums an dieser Stelle fehl am Platze ist, da es viel zu groß ist. Es widerspräche daher den Anforderungen der Raumordnung, denn es wäre besser mehrere Rechenzentren mit 10-20 MW zu bauen, und zwar wo man deren Abwärme nutzen könne. Für die im Energie-Effizienz-Gesetz vorgeschriebene Abwärmenutzung würden jegliche Vorkehrungen fehlen. So müsste eigentlich ein Gebäude für eine große Wärmepumpe im Plan zu finden sein, ist es aber nicht.
Seitens der Stadt Bad Vilbel liegt zudem keine kommunale Wärmeplanung vor, wie Werner Neumann kritisiert - ein Grundfehler, denn ohne Berücksichtigung der gesetzlich geforderten Abwärmenutzung dürfte die Stadt keinen B-Plan vorlegen, der diese unter Umständen sogar verhindere. Ebenso fehlen Angaben für die notwendige Stromversorgung über ein neues dickes Stromkabel.
Besonders werden benachbarte Wohngebiete beeinträchtigt, weil das Klimagutachten zeigt, dass zum einen die Frischluft aus dem Taunus für Bad Vilbel eingeschränkt werden wird.
Zudem werden über diese Luftströmung, die eigentlich der Luftreinhaltung und Abkühlung im Sommer dienen, die Abgase der über 70 Notstromdiesel transportiert. Diese werden entsprechend den Werten der Motoren, die VANTAGE an anderen Orten realisiert hat, mehr als fünfmal so hohe Schadstoffmengen an Stickoxiden und Feinstaub aufweisen, als es technisch möglich wäre. Im B-Plan ist von diesen relevanten Emissionen keinerlei Rede. Und es fehlen seriöse Angaben über den Wasserverbrauch, der in heißen Tagen wie wir sie gerade haben, zum Kühlen benötigt wird. Der Wasserbedarf in Bad Vilbel, das ohnehin in Wassernöten ist, könne sich durch das Rechenzentrum deutlich erhöhen. Damit ist klar, dass wesentliche Planungsgrundlagen zu den Auswirkungen wie sie im Umweltbericht gemäß Baugesetzbuch erforderlich sind, nicht vorgelegt wurden.
Die Verbände lehnen daher den vorgelegten B-Plan als Ganzes ab und erwarten eine neue Vorlage mit einer grundlegenden Überarbeitung.
Der BUND ruft auch interessierte Bürger*innen auf, sich noch bis zum 22. August der Stellungnahme anzuschließen.
Ebenso bittet der BUND KV Wetterau um Zusagen für eventuelles Klageverfahren, das aber bei einer sich an den gesetzlichen Vorschriften orientierenden und deutlich veränderten Planung nicht erforderlich ist.
Rechenzentrum Bad Vilbel
Bad Vilbel - 6.August 2026
Hier haben wir ein Formular vorbereitet falls ein Interesse besteht sich mit einer Zusage an Spende gegen das Rechenzentrum zubeteiligen.
Hier ist ein Formular zur Beteiligung für Stellungnahme B-Plan Nr 64 - Im Schleid (Rechenzentrum)