Schmetterlingsschutz: der Schwalbenschwanz
(Foto: BUND KV Wetterau)
BUND OV Rockenberg bekam aus der Umweltlotterie „Genau“ einen Zusatzgewinn ausgeschüttet.
Der Schwalbenschwanz, einer unserer schönsten Schmetterlinge, bildet in der Regel zwei Generationen pro Jahr, in seltenen Fällen bei guter Witterung auch drei.
Die erste Generation schlüpft im Mai aus den Puppen, die überwintert haben. Im Juni legt sie Eier einzeln an junge Triebe der Futterpflanzen ab. Die daraus sich entwickelnden Raupen verpuppen sich nach zwei Wochen bereits, so dass im Juli die zweite Schmetterlingsgeneration schlüpft. Die Raupen, die aus den Eiern der zweiten Generation schlüpfen, verpuppen sich im Herbst. Es überwintern nur die Puppen, die Schmetterlinge selbst sterben wenige Tage bis Wochen nach der Eiablage.
Während die Natur den Raupen der ersten beiden Generationen ausreichend Futterpflanzen bietet, legen die Falter der 3. Generation im September ihre Eier gerne auf Möhren, Dill oder Fenchelgrün in Hausgärten bzw. den Flächen von Erwerbsbetrieben ab. Dumm nur, dass die Raupen auf den Pflanzen leben und sich verpuppen, wenn die Ernte ansteht.
In Hausgärten landet das Grün der Früchte auf dem Kompost - im Erwerbsanbau im Schredder.
Dadurch finden viele Tiere den Tod.
Seit mehr als dreißig Jahren sprechen die Mitglieder des BUND Ortsverband Rockenberg das Thema bei Kleingärtnern an.
Im Erwerbsanbau laufen die BUND‘is bis zur Ernte die Reihen der Gemüsepflanzen beim Pappelhof in Reichelsheim und bei der Lebensgemeinschaft Bingenheim ab und sammeln Raupen und Puppen ein.
Die Puppen werden gesondert gelagert - für die Raupen stehen besondere Gehege bereit in denen getopfte Futterpflanzen bis zur Verpuppung als Nahrung zur Verfügung stehen.
So konnten in den letzten Jahrzehnten hunderte von Faltern im Folgejahr in die Freiheit entlassen werden.
Die Maßnahme wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises abgestimmt und fand auch Aufnahme im Naturschutzjahresbericht des Wetteraukreises.
Mit einem Teil des Gewinns wird eine lang gehegte Idee umgesetzt - nämlich die Einrichtung eines Naturlehrpfads dessen Lehrtafeln aus dem Gewinn finanziert werden. Die neue Bürgermeisterin Rockenbergs, Olga Schneider, hat die Unterstützung der Gemeinde zugesagt und übernimmt die Herstellung der Rahmen der Tafeln sowie deren Montage.
weitere Info's » www.bund-hessen.de/arten-entdecken/schwalbenschwanz