Tümpel bei Rockenberg/Oppershofen
(Foto: Jürgen Hutfields)
Wir schreiben das Jahr 1979 - die Gemeinde Rockenberg hat sich dafür entschieden, dass im Ortsteil Oppershofen ein Bürgerhaus gebaut werden soll.
Als Fläche dafür wurde eine ca. 1,5 ha große Feuchtfläche ausgesucht. Feuchtfläche bedeutet, es war eine - seit Jahrzehnten dauerhaft durch Grundwasser überschwemmte Wiese mit Wasserständen von 20 - 50 cm. Der Bewuchs entsprach dem einer Feuchtwiese - sie war Heimat - Geburtsort und Lebensraum verschiedenster Amphibien.
Im Frühjahr des folgenden Jahres begann man mit der Verfüllung der Fläche - und damit auch mit der "Beerdigung" vieltausender Kaulquappen, die sich am Rand des Ufers aufhielten. Die BUND-Verantwortlichen legten sofort beim zuständigen Sachbearbeiter der Gemeinde Einspruch ein. Allerdings erfolglos. Wir waren seinerzeit noch neu im Geschäft und hatten es versäumt, auf die gesetzlichen Regelungen hinzuweisen - heute würden wir sofort die Polizei einschalten und Strafanzeige erstatten.
Auf der verfüllten Fläche entstanden das Bürgerhaus und das Gelände des Tennisclubs. Ca. 1.000 m2 des verfüllten Bereichs konnte nicht verwendet werden und sollte zu Parkplätzen umgebaut werden. Hier legte der BUND OV Rockenberg Protest ein und erreichte bei Bgm Bingel, dass die Fläche für den Naturschutz bewahrt werden konnte. Mit Hilfe der ortsansässigen Baufirma Weil wurden die Verfüllungen wieder ausgehoben und es entstand ein ca. 100 m2 großer Tümpel. Bis es soweit war, bildeten sich auf der Fläche Pfützen, die von heimatlosen Tieren zur Eiablage genutzt wurden. Der Sommer begann und die Pfützen drohten auszutrocknen. Um das zu verhindern fanden sich ca. 50 BUND-Mitglieder, die mit einer Eimerkette regelmäßig vom benachbarten Bach die Pfützen auffüllten.
Der entstandene Tümpel war in der Folgezeit Heimat von mehr als 50 Molchen und anderen Amphibien - die umliegende Wiese wurde von Pferden beweidet. In den Folgejahren suchte die Gemeinde Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen, was dazu führte, dass der Tümpel auf ca. 300 m2 vergrößert wurde.
Nahezu plötzlich wurde der BUND darauf aufmerksam, dass Mengen von Pferdeäpfeln in den Teich geschüttet wurden. Die Mitglieder sprachen sofort bei der Gemeinde vor - es wurde ein Gewässerbiologe zu Rate gezogen - aber es war zu spät- das Wasser des Tümpels war umgekippt - es fanden sich keine Tiere mehr ein. Nach Rücksprache mit der UNB und der Gemeinde wurden Pferdeäpfel und sonstiges pflanzliche Material aus dem Tümpel ausgebaggert. Wir vertrauen der Aussage des Gewässerbiologen und hoffen darauf, dass sich der Tümpel von alleine regeneriert. Wir versuchen das mit Bepflanzungen zu unterstützen und werden das Gewässer künftig regelmäßiger beobachten.
Auf die Rückkehr von Pflanzen und Tieren freuen wir uns.