BUND OV Florstadt - Radtour zum Bio-Hof Konradsdorf

05. Oktober 2022

Fahrradtour Bio-Hof Konradsdorf Ein Teil der Florstädter Gruppe bei der Erläuterung im Kuhstall  (Foto: BUND OV Florstadt)

Schon um 9 Uhr am Samstagmorgen ging die Radtour des BUND OV Florstadt im Rahmen von „Florstadt fährt Rad“ vom Sauerbrunnen in Staden los. Leider waren wir nur ein sehr kleines Grüppchen. War es das unsichere Wetter, die Uhrzeit, die Bitte um Voranmeldung, die Häufung von Angeboten an diesem Tag?

Egal, man hat jedenfalls etwas verpasst. Bei schönstem Radlerwetter fuhren wir durch die Nidda-Aue Richtung Vogelsberg. Dort wurde es natürlich bergiger. Aber beim Strampeln half die Freude auf ein wunderbares Frühstück, natürlich alles aus Bio-Anbau.

Um 11 Uhr begann die Hof-Besichtigung im Rahmen der Öko-Modellregion Wetterau, der wir uns anschließen konnten.

Uns wurde die Fruchtfolge, die Vermarktung, die Arbeit auf dem Hof und natürlich insbesondere die Milchtierhaltung erklärt und gezeigt. Da der „Chef“, Herr Keller erkrankt war, übernahm die „Chefin der Kühe“, Sylvia Keller. Man merkte sofort, dass ihr das Wohl ihrer Tiere sehr am Herzen liegt. Alle Kühe haben einen Namen und werden wie „Mitarbeiterinnen“ betrachtet. Es wird nicht auf Hochleistung gezüchtet, sondern Widerstandsfähigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere spielen eine wichtige Rolle. Die Tiere können sich frei im Offenstall mit Auslauf bewegen. Es gibt über hundert Kühe und das Melken dauert zwei Mal am Tag 2,5 - 3 Stunden und muss natürlich auch am Wochenende und an Feiertagen erledigt werden. Dabei kommen in zwei Tagen 5.000 bis 7.000 Liter zusammen, die überwiegend an die Biomolkerei in Oberwiesenfeld bei Coburg geliefert werden. Außerdem fallen viele andere Arbeiten an, so die Versorgung der Kälber, der Anbau und die Verarbeitung des Futters. Das Futter für die Kühe, vor allem Klee und andere Leguminosen, spielen in der Fruchtfolge des Biohofs eine wichtige Rolle, weil sie den Boden verbessern und Nährstoffe einlagern, so dass dann Getreide und Mais angebaut werden können.

Ein Teil des Getreides geht direkt zum Bio-Bäcker, der dann wieder Brot und Brötchen für den Hofladen liefert. Wir konnten uns überzeugen, wie lecker der Joghurt, der Käse und die Brötchen sind. Auch ein Teil des Fleisches wird direkt vermarktet. Ein Teil der männlichen Kälber geht aber auch in die konventionelle Landwirtschaft.

Beim Rückweg sorgte starker Gegenwind für eine zusätzliche sportliche Note, so dass das üppige Frühstück wieder in Energie umgesetzt werden musste.

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