BUND OV Florstadt entfernt auf den Streuobstwiesen in Florstadt Jakobskreuzkraut
(Foto: BUND OV Florstadt)
Zurzeit ist auf etlichen Wiesen und in den Straßengräben eine wunderschöne gelbe Blütenpracht zu bewundern. Unter den gelb-blühenden Pflanzen ist leider auch das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea). Dieses Kraut ist zwar eine einheimische Pflanze. Sie breitet sich aber mit ihren vielen weit fliegenden Samen stark auf zu wenig genutzten Weiden und Wiesen sowie an Straßenrändern aus. Die Samen bleiben bis zu 20 Jahre keimfähig.
Das eigentliche Problem liegt im Giftgehalt der Pflanze: Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sind besonders für Pferde und Rinder schon in relativ geringer Dosierung tödlich – insbesondere im Heu. Manche Weidetiere erkennen Jakobskreuzkraut auf der Wiese und lassen es stehen, allerdings nicht alle. Wenn es auf der Weide stehen bleibt, kann es sich weiter ausbreiten. Wiesen mit Jakobskreuzkrautbesatz sind für die Heuernte für Jahre unbrauchbar.
Auch auf der Hochzeitswiese in Stammheim hat sich das Jakobskreuzkraut ausgebreitet und verhindert so eine sinnvolle Nutzung des Heus. Wird es nicht manuell entfernt, bleibt es beim Mulchen auf der Wiese und das Aussamen begünstigt die Weiterverbreitung. Deshalb sind nun im dritten Jahr ehrenamtliche Naturschützer unterwegs die giftigen Pflanzenteile mit Arbeitshandschuhen aus dem Boden zu ziehen und in Müllsäcken zu sammeln.
Im ersten Jahr konnten 20 Säcke gefüllt werden. Im Jahr 2025 waren es 10 Säcke und in diesem Jahr nur noch 5. Das Sammelgut reduziert sich also bislang jährlich um die Hälfte. Das gesammelte Kraut wurde in allen drei Jahren im Recyclinghof Niddatal ohne Zwischenlagerung direkt in den Fermenter gebracht und dort samenfrei kompostiert.
Die Zusammenarbeit mit dem Bauhof von Florstadt verläuft reibungslos. Bereits einen Tag nach Beendigung der Sammelaktion wurde die Hochzeitswiese in Florstadt-Stammheim gemäht. Sicherlich ist diese manuelle Sammelaktion auch in den Folgejahren noch erforderlich. Der damit verbundene Aufwand scheint aber immer geringer zu werden, so dass in absehbarer Zeit das Heu auch wieder nutzbar sein kann.
Weitere Infos zum Jakobskreuzkraut findet man auf der Internetseite des „Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen“. Dort findet man auch Fotos ähnlicher gelb blühender Pflanzen wie dem Rainfarn und dem Johanniskraut.