Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) – Kreisverband Wetterau, Bündnis „Wetterau im Wandel“ (WiW) und „Fridays for Future“ Friedberg/Bad Nauheim schlagen Klimaschutzplan für die Wetterau vor.
Beim Klimaschutz zu kurz gesprungen
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Am 8. Mai haben CDU und SPD in der Wetterau ihren Koalitionsvertrag für die nächsten fünf Jahre im Kreistag unterzeichnet. Ein wesentlicher Punkt sollte hierbei der Klimaschutz sein. Denn in den nächsten 10-15 Jahren müssen die CO2-Emissionen auch in der Wetterau auf Null heruntergefahren werden. Da gilt es klare Ziele zu setzen, Instrumente für Maßnahmen zu schaffen, den Klimaschutz zu organisieren. Die drei Organisationen BUND, Wetterau im Wandel und Fridays for Future hatten den beiden Parteien sogar vor 3 Wochen ein umfangreiches Experten-Konzept für einen Klimaschutzplan Wetterau übermittelt, in der Hoffnung, vieles davon im Koalitionsvertrag wiederzufinden.
Doch es kam anders. Seitens der beiden Parteien wurde das Gesprächsangebot nicht wahrgenommen. Und der Klimaschutz wird im Koalitionsvertrag zerstückelt und zerredet. Erster Grundfehler ist, Klimaschutz nur in kreiseigenen Gebäuden umsetzen zu wollen. Diese machen jedoch nur 0,3% aller CO2-Emissionen aus. Das bedeutet, dass 99,7 % des erforderlichen Klimaschutzes in der Wetterau vergessen wurden. Und für die gesamten Klimaschäden, die im Wetteraukreis entstehen, gibt es in der Kreisverwaltung keinerlei Monitoring.
Mehr noch. Man verkündet, die Emissionen in eigenen Gebäuden bis 2030 um 55% zu senken. Man reibt sich die Augen, hat der Dezernent Matthias Walther doch im Herbst 2020 verkündet, man habe schon 61% Minderung erreicht. Dies bedeutet also, dass man 10 Jahre nichts machen muss.
Konkrete Schritte zum Klimaschutz sucht man weitgehend vergebens. Man wolle, so CDU und SPD die bestehenden Energieberatungsstellen „vernetzen“. Dies wird nicht ausreichen und daher haben die Umweltgruppen der Wetterau den Vorschlag unterbreitet, eine neue Klimaschutzagentur mit 15-25 neuen Mitarbeiter*innen zu gründen. Aufgezeigt wurde, dass Klimaschutz umfassend und dringend ist und daher konzentriert umgesetzt werden muss, wie es viele Kreise und Kommunen schon machen. Stattdessen bleibt es bei derzeit nur einer Mitarbeiterin in der gesamten Kreisverwaltung für das sogenannte „Querschnittsthema“ Klimaschutz. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt aber, dass damit eher alle und somit keiner richtig zuständig ist.
Ob seitens des Wetteraukreises in den nächsten Jahren tatsächlich wirksamer Beitrag zum Klimaschutz ausgehen wird, ist derzeit noch nicht zu erahnen. Dass Klimaschutz inzwischen durch eine Klage u.a. von FFF und BUND Verfassungsrang erhalten hat und damit auch zur kommunalen Pflichtaufgabe wird, scheint nicht bis zu CDU und SPD vorgedrungen zu sein. Immer wieder heißt es im Koalitionsvertrag: „prüfen, prüfen und soweit technisch möglich und wirtschaftlich nachhaltig“, also ob nicht klar wäre, dass umfassender Klimaschutz der einzige Weg zur Nachhaltigkeit ist.
Die Klimaschutz-Akteure nehmen daher die neue Kreisregierung des Wetteraukreis beim Wort, wenn diese „Vorreiter beim Klimaschutz“ werden will. Erster Punkt ist dabei die Erstellung eines „Klimaschutzberichtes inklusive geeigneter Maßnahmen“, für sämtliche CO2-Emissionen im Wetteraukreis. Dort – so die Klimaakteure – bieten wir unsere fachkundige Mitarbeit an, damit Klimaschutz in der ganzen Breite in der Wetterau umgesetzt werden kann. Wir möchten den Wetteraukreis unterstützen, einen Wetterauer CO2-Reduktionsplan mit einem konkreten Maßnahmenpaket und verbindlichen Zeitplan zu erarbeiten. Das Bündnis „Wetterau im Wandel“, der BUND KV Wetterau und Fridays for Future Friedberg/Bad Nauheim setzen darauf, hierbei vom Wetteraukreis dazu einbezogen zu werden. Schließlich wurde schon ein eigener Klimaschutzplan vorgelegt.
weiterlesen ► https://wetteraukreis.bund.net/themen-und-projekte/klimaexperten/
Rückfragen an: BUND KV Wetterau, Dr. Werner Neumann, Mobil 0172 – 6673815, E-Mail: werner.neumann(at)bund.net