"Was wächst alles auf 2.000m²?"
Weltacker-Ausstellung
Landnahme
(Grafik: Weltacker)
Es ist unglaublich, was auf 2.000 m² alles wachsen kann: Tonnenweise Avocados, Tomaten, Kohl, Weizen oder Kartoffeln. Eindeutig mehr, als Du je in einem Jahr essen könntest. Die Erträge fallen allerdings je nach dem Ort, dem Wetter eines Jahres und der Anbauform sehr unterschiedlich aus.
Freilandanbau bringt oft weniger als Gewächshäuser, die das ganze Jahr über produzieren können – allerdings mit hohem Energie- und Düngereinsatz. Nachhaltigkeit und maximale Erträge passen oft nicht zusammen.
Der Weltacker ist ein Bildungsprojekt zu nachhaltiger Ernährung und Flächengerechtigkeit für alle Interessierten von Jung bis Alt.
Welche Ackerkulturen sind die wichtigsten weltweit?
Auf den 1,6 Milliarden Hektar an Feldern und Gärten dieser Welt wächst eine unglaubliche Vielfalt von Nutzpflanzen, von denen die meisten von uns nur die wenigsten kennen. Unser Weltacker zeigt maßstabsgetreu wie viele Hektar Ackerfläche der Erde mit welchen Pflanzen bestellt werden. Auf knapp der Hälfte unseres Weltackers wachsen nur vier Pflanzenarten: Weizen, Mais, Reis und Sojabohnen. Obst und Gemüse wachsen auf weniger als jeweils fünf Prozent des Weltackers. Bis auf den Reis werden die großen Monokulturen der Welt nur zum kleineren Teil direkt als Lebensmittel verarbeitet. Der größere Teil wird an Tiere verfüttert oder in Biokraftstoffe und Industrierohstoffe umgewandelt. Von der Getreideernte zum Beispiel wird weniger als die Hälfte direkt als Lebensmittel genutzt. Über ein Drittel wird an Tiere verfüttert.
Wieso kann die reiche EU sich nicht selbst ernähren?
In der Europäischen Union kommt auf eine Person mehr Ackerland als im globalen Durchschnitt: rund 2.500 m². In Indien sind es 1.200 m², in China 880 m² und in der Schweiz sogar nur rund 500 m². Dagegen kommen wir in den USA auf 4.760 m² und in Argentinien sogar fast auf einen Hektar pro Person. Weizen, Gerste, Mais, andere Getreide und Ölsaaten sind die wichtigsten Ackerfrüchte Europas. Das meiste dient als Tierfutter, immer mehr auch der Energie- und Treibstoffproduktion.
Vergleichen wir die Ackerfläche, die in der EU (etwa als Soja) eingeführt wird, mit der, die wir (etwa als Weizen) exportieren, ergibt sich ein Außenhandelsdefizit von etwa 21 Millionen Hektar. Wir importieren also zusätzlich rund 500 m² Ackerfläche pro Person aus anderen Ländern der Erde und konsumieren im Durchschnitt 3.000 m² pro Person. Dabei hat Europa beste Böden und Klimabedingungen und zudem optimale technische und finanzielle Voraussetzungen. Warum kann die reiche EU sich dennoch nicht selbst ernähren? Weil wir es uns leisten können und Agrarprodukte auf dem Weltmarkt allzu billig sind? Ein großer Teil unserer Ackerflächen-Importe ist nicht für unsere Nahrung bestimmt.
Was wird weltweit alles angebaut?
Über die Hälfte der weltweiten Ackerflächen sind mit nur vier Pflanzen bestellt: Weizen, Mais, Reis und Soja. Diese Monokulturen dominieren – doch viele dieser Erträge landen nicht auf unseren Tellern. Stattdessen werden sie zu Tierfutter, Energie oder Kraftstoff verarbeitet.