BUND Kreisverband Wetterau

BUND erzielt vorläufigen Baustopp gegen Amazon-Logistikhalle in Echzell

Wetteraukreis - 24. November 2020

Der Antrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Hessen (BUND Hessen) auf Baustopp für die Logistikhalle für Amazon in Echzell (Wetterau) wurde noch am Tag der Einreichung, dem 19. November 2020 vom Verwaltungsgericht Gießen positiv beschieden.
Das Gericht stellte fest, dass der Antrag des BUND „nicht offensichtlich unbegründet erscheine und es zu besorgen sei, dass auf der Baustelle vollendete Tatsachen geschaffen würden“. Das Verwaltungsgericht Gießen hält daher zunächst eine umfassende Prüfung der Behördenakten erforderlich. Bis zu einer weiteren Entscheidung über den Widerspruch des BUND gegen die Baugenehmigung gilt daher ein Baustopp.
Wenn der Investor darauf hinweist, die 8.500 Quadratmeter große und 14 Meter hohe Halle stünde außerhalb des Vogelschutzgebietes und des FFH-Gebietes, mag das richtig sein. „Entscheidend ist hingegen, ob und inwieweit eine solch große Halle allein durch Nähe und Größe nachteilige Auswirkungen von außen auf die Vogelwelt in den Schutzgebieten hat. Eine solche hohe Halle hat Kulissenwirkungen für die Vogelwelt. Daher können vor ihr aus erhebliche Störungen auf die geschützte Vogelwelt im benachbarten Gebiet ausgehen“, stellte BUND Landesvorstandsmitglied Dr. Werner Neumann fest. Trotz einer ausführlichen Ausarbeitung der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) sowie Hinweisen des BUND seien diese Fragen nicht ausreichend in der Baugenehmigung des Wetteraukreises geprüft worden.
Das Verwaltungsgericht hat nun Zweifel geäußert, ob die Baugenehmigung rechtmäßig sei, da Anhaltspunkte vorliegen, dass eine umfassende Prüfung artenschutzrechtliche Belange nicht erfolgt sei.

Weitere Informationen:

  • Rückfragen: Dr. Werner Neumann / BUND Ortsverband Altenstadt-Limeshain-Glauburg, Mobil: 0172 - 6673815

BUND stellt Antrag auf Baustopp beim VG Gießen gegen Amazon-Logistikhalle in Echzell

Amazon-Logistikhalle Echzell Amazon-Logistikhalle in Echzell Baubeginn  (Foto: Werner Neumann)

Wetteraukreis - 20. November 2020

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Hessen (BUND Hessen) hat am 19. November 2020 einen Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen die Baugenehmigung des Wetteraukreises für die Amazon-Logistikhalle im Ortsteil Grund-Schwalheim in Echzell beim Verwaltungsgericht (VG) Gießen gestellt. Bauherr der Halle ist die „77. Logimac Logistik Grundbesitz GmbH in Hamburg“. Ziel des BUND Hessen ist es, den Bau dieser 14 Meter hohen Halle zu verhindern.

„Die Halle steht schlicht an der aus Naturschutzsicht schlechtesten Stelle, die man sich vorstellen kann“, sagte BUND Landesvorstandsmitglied Dr. Werner Neumann. „Direkt angrenzend liegen ein Vogelschutzgebiet, das FFH-Gebiet Horloffaue und ein Landschaftsschutzgebiet. Auf der für den Bau der Halle vorgesehenen Fläche haben früher Kraniche gerastet. Direkt neben dem Baugebiet wird auf den Schutz der Kraniche hingewiesen.“

Die rechtlichen Schritte des BUND werden von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit Sitz in Echzell fachlich und finanziell unterstützt. Die HGON hatte bereits im Frühjahr dieses Jahres die Fachbehörden darauf hingewiesen, dass erhebliche Störungen für die Vogelwelt in der Horloffaue zu befürchten sind. Das Gebiet sei eines der besonders wertvollen Vogelschutzgebiete, das nun von der geplanten Amazon-Halle erheblich gestört werde. Diese Hinweise wurden vom Wetteraukreis ignoriert und zurückgewiesen.

Werner Neumann: „Planungsrechtlich steht das Vorhaben mit den massiven Betonpfeilern auf schwachen Beinen. Denn beim Bebauungsplan aus dem Jahr 1997 wurde die erforderliche FFH-Verträglichkeitsprüfung für den Naturschutz nicht durchgeführt.“

Der BUND weist darauf hin, dass bereits im Jahr 2007 die Naturschutzbehörde des Wetteraukreises der Gemeinde Echzell geraten hatte, auf die Planung zu verzichten, weil „die gewaltigen Betonklötze den Offenlandcharakter in der weiten ungestörten Aue zerstören würden“.

„Im Jahr 2020 sah hingegen der Umweltdezernent des Wetteraukreises, Matthias Walther, „keine Beeinträchtigungen“ für die einzigartige Vogelwelt in der Horloffaue. Eine Aktualisierung der Naturschutzprüfung bezogen auf die nun geplante Amazon-Halle, wie es vorgeschrieben ist, erfolgte nicht“, erklärte Werner Neumann abschließend.

Weitere Informationen:

  • Rückfragen: Dr. Werner Neumann / BUND Ortsverband Altenstadt-Limeshain-Glauburg, Mobil: 0172 - 6673815

BUND fordert Gemeindevertreter zu kritischen Prüfung und Dialog auf.

Planungen für neue Logistikhallen bei Hammersbach erst öffentlich diskutieren.

WZ Pressemeldung

Altenstadt - 12. November 2020

Die drei Parlamente der Kommunen Limeshain, Hammersbach und Büdingen sollen über eine Westerweiterung des Logistikhallengebiets Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Limes („ZWIGL“) abstimmen. Doch erst vor kurzem wurden die Unterlagen vorgelegt. Dabei fehlen vielfach genauere Unterlagen, Gutachten usw., um die Aussagen in der Planungsvorlage zu prüfen. Die Unterlagen wurden vom gleichen Planungsbüro „PlanES“ in Gießen vorgelegt, die auch die Planungen für das Logistikzentrum für REWE in Wölfersheim entwickelt hatte. Dort klagt der BUND Landesverband Hessen und hat immerhin schon einen Baustopp erreicht.

Dr. Werner Neumann, Kreisvorsitzender des BUND Kreisverband Wetterau, der auch Ortvorsitzender des BUND Ortsverbandes für Altenstadt, Limeshain und Glauburg ist, stellt dazu fest:

„Die Unterlagen reichen unseres Erachtens überhaupt nicht aus, dass sich Gemeindevertreter*innen damit qualifiziert auseinandersetzen können. Besonders kritisch ist, dass der Schutz von Gewässern und Grundwasser völlig unzureichend bearbeitet wurde. Obwohl das Gebiet zum „Vorbehaltsgebiet für den Grundwasserschutz“ im Regionalplan zählt, heißt es in der Planungsvorlage, die nun abgestimmt werden soll, dass „die Planung weder öffentliche Gewässer noch Quellen tangiere“. Dies ist jedoch grundlegend falsch“, stellt Neumann fest.

Gerade die riesigen Hallen, die nun noch immens erweitert werden sollen, bedingen einen hohen Anfall an Regenwasser, das in irgendein Gewässer abgeleitet werden muss. Dafür gibt es noch keinerlei wasserrechtliche Grundlagen, ob dies möglich ist. Genau eine solche Frage ist ein Streitfall bei der Klage des BUND gegen REWE-Projekt und würde es sicherlich hier auch sein. Es macht also keinen Sinn, unausgegorene Planungen in den Parlamenten abzusegnen.

Besonders kritisch sieht Neumann die Betroffenheit einer Quelle, die direkt neben dem Regensammelbecken liegt. „Wir haben diese Quelle schon vor den ersten Planungen für die Hallen gesehen und auf deren Schutz hingewiesen. Dann hat das Planungsbüro PlanES behauptet, die Quelle seien versiegt“, sagt Neumann. „und vor einem Jahr und selbst im trockenen Sommer 2020 war diese Quelle weiter vorhanden“. Dies habe auch ein Termin mit der Unteren Wasserbehörde bestätigt. Mit den neuen Hallen könnte diese Quelle erheblich beeinträchtigt werden. Es ist besser, erst eine gute Planung vorzulegen, den Dialog darüber zu führen, statt dass es wieder Klageverfahren geben muss.

Der BUND schlägt daher vor, zunächst die fachliche Arbeit ausführlich durchzuführen. Dann wäre es geboten, die Öffentlichkeit ausführlich zu beteiligen. Dies ist auch geboten, zumal einige der Kommunen das Projekt „Demokratie leben“ unterstützen. „Es ist schon ein Widerspruch, einerseits Demokratie hochzuhalten und andererseits bedeutsame Planungen im Schnelldurchgang mit unzureichenden Unterlagen ohne breite Debatte in den Orten durchzuziehen“. Der BUND hatte vor drei Jahren gefördert durch „Demokratie leben“ eine öffentliche Beteiligung für einen Bebauungsplan in Altenstadt selbst durchgeführt. Gut wäre es, wenn die Gemeindevertreter der drei Kommunen ein solches Projekt auch bei der Westerweiterung des ZWIGL unterstützen würden.

Dr. Werner Neumann / BUND Ortsverband Altenstadt-Limeshain-Glauburg, Mobil: 0172 - 6673815


BUND erwirkt Baustopp gegen REWE Logistikzentrum in Wölfersheim

Kornfeld bzw. Wiese im Frühjahr zwischen Karben und Ilbenstadt  (Foto: Michael Neitzel)

Frankfurt/Main - 27. Juli 2020
Dem Eilantrag des BUND Landesverbandes Hessen gegen die Baugenehmigung für das REWE Logistikzentrum in Wölfersheim wurde durch das Verwaltungsgericht Gießen heute stattgegeben. Damit wurde ein bereits am 17.07.2020 erwirkter vorläufiger Baustopp bestätigt.
„Der BUND ist hocherfreut über diese Entscheidung“, stellte Landesvorstandsmitglied Dr. Werner Neumann fest: „Wir haben erreicht, dass immense Schäden durch die Bauarbeiten von REWE verhindert werden. Für das riesige Logistikzentrum von REWE ist geplant, sehr wertvollen Boden abzutragen. Es drohen daraus nicht wieder gut zu machende Schäden für den Naturschutz, den Vogelschutz, den Bodenschutz und das Grundwasser. REWE darf nun keine vollendeten Tatsachen schaffen.“
Das Gericht hat deutliche Zweifel daran, ob die Erhebungen und Bewertungen zum Naturschutz im Rahmen der Bauleitplanung, die der Baugenehmigung zugrunde lagen, ordnungsgemäß erfolgt sind. Dies betrifft insbesondere den Schutz des Feldhamsters, aber auch der Feldlerche und nicht zuletzt die Betroffenheit des Vogelschutzgebietes Wetterau. Das ist aber vornehmlich im Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan der Gemeinde Wölfersheim zu klären.
Die Gerichtsentscheidung ist ein gemeinsamer Erfolg des BUND, des Aktionsbündnisses Bodenschutz Wetterau und der Bürgerinitiative Bürger für Boden, die seit 3 Jahren umfangreich und beharrlich sachliche Kritik am REWE Projekt vorgetragen haben.
Der BUND Hessen hatte sowohl gegen den Bebauungsplan der Gemeinde Wölfersheim, die Baugenehmigung des Wetteraukreises und die wasserrechtliche Erlaubnis rechtliche Schritte unternommen.
Werner Neumann: „Die Fragen des Natur-, Boden- und Gewässerschutzes können nun in diesen Verfahren mit der gebotenen Tiefe und Gründlichkeit behandelt werden. Der Beschluss des VG Gießen gibt hinreichend Grund für die Annahme, dass das Baugelände bis zur Klärung dieser Fragen frei von Eingriffen der Firma REWE und die Böden geschützt bleiben.“

weitere Info's Pressemitteilung beim BUND Landesverband => bund-hessen/pressemitteilung

Hier gibst's weitere Infos zum Flächenschutz => bund-hessen.de/flächenschutz

Dr. Werner Neumann / BUND Ortsverband Altenstadt-Limeshain-Glauburg, Mobil: 0172 - 6673815


++Rechtsschutz für den Boden++ 28.06.2019

BUND Hessen will Planung für REWE Logistikzentrum in Wölfersheim stoppen

Der BUND Hessen hat beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) einen Eilantrag vorgelegt, um die Planung für das REWE-Logistikzentrum in Wölfersheim zu stoppen.
Bereits Ende Mai hatte der BUND eine über 50-seitige Begründung seiner Klage beim VGH eingereicht. Damit das Gericht nun über diese Argumente urteilen kann, ohne dass vor Ort durch die Gemeinde Wölfersheim und REWE vollendete Tatsachen geschaffen werden können, ist der Stoppantrag erforderlich. Insbesondere soll damit verhindert werden, dass der Bebauungsplan, den die Gemeindevertretung Wölfersheim beschließen will, in Kraft treten kann. Damit können Baumaßnahmen verhindert werden, die zur Zerstörung des besten Bodens in der Wetterau durch die riesige REWE-Halle führen.
Werner Neumann, Landesvorstandsmitglied und Vorsitzender des BUND Wetterau: „Die Zielabweichung vom Regionalplan Südhessen ist die Voraussetzung für alle weiteren Planungsschritte zur Realisierung des Logistikzentrums. Das betrifft insbesondere die Verabschiedung eines entsprechenden Bebauungsplans, die wir durch unseren Eilantrag verhindern wollen.“
Gegen den von der Gemeinde Wölfersheim vorgelegten Bebauungsplanentwurf wurden nach Angaben des BUND in zwei Phasen der Offenlegung mehrere 1000 Einwendungen von Bürger*innen und ausführliche Stellungnahmen der Umweltverbände eingereicht.
Werner Neumann: „Die guten Argumente gegen das Logistikzentrum wurden im Rahmen der Beschlussfassung der Gemeinde Wölfersheim zum Bebauungsplan lapidar zurückgewiesen. Eine fachliche Prüfung der Auswirkungen findet leider nicht mehr statt.“
Damit die weiteren Klageschritte zur Verhinderung des REWE-Logistikzentrums, die von Bürger*innen, Parteien, Verbänden und Mitgliedern im Aktionsbündnis Bodenschutz unterstützt wird, finanziert werden können, bittet der BUND um weitere Spenden.


Spendenkonto des BUND Landesverband Hessen
 e.V.
GLS Gemeinschaftsbank eG

IBAN: DE69 4306 0967 8013 6150 00
Stichwort: Bodenschutz Wetterau


Für Rückfragen: Dr. Werner Neumann, Mobil: 0172 - 6673815
Presseabteilung BUND Hessen e.V.
BUND Landesverband Hessen e.V.
Geleitsstraße 14
D-60599 Frankfurt am Main

E-Mail: presse@bund-hessen.de
Tel: 069 - 677376 - 43
Fax: 069 - 677376 - 20


Flächenverbrauch durch REWE Logistikzentrum in der Wetterau verhindern!

Der BUND Landesverband Hessen klagt gegen den Bescheid zur Zielabweichung vom Regionalplan des Regierungspräsidiums Darmstadt vom 26.10.2017

Spendenaufruf: Lasst uns nicht Boden-los werden!

Der Landesverband Hessen des BUND hat im Dezember 2017 vor dem Verwaltungsgericht Gießen Verbandsklage gegen das Land Hessen und die Entscheidung des Regierungspräsidiums Darmstadt erhoben: Bislang 30 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Gemeinde Wölfersheim im Wetteraukreis sollen zur Bebauung mit einem „Logistikpark” der Lebensmittelkette REWE zur Verfügung gestellt werden. Gegen diese Zielabweichung vom Regionalplan Südhessen/Regionalen Flächennutzungsplan hat der BUND Klage erhoben, denn er nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz klageberechtigt. Der Termin für die Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest. 
 Faltblatt des Aktionsbündnisses Bodenschutz. Laden Sie sich das Faltblatt herunter.

Der BUND arbeitet zusammen in einem breiten Bündnis zahlreicher Institutionen und Verbände, dem Bündnis Bodenschutz Wetterau. 

>>> weiterlesen

Last uns nicht Boden-los werden

Laden Sie sich das Faltblatt herunter    (pdf; ≈ 940 KB)

BUND-Bestellkorb