BUND Kreisverband Wetterau

BUND fordert Gemeindevertreter zu kritischen Prüfung und Dialog auf.

Planungen für neue Logistikhallen bei Hammersbach erst öffentlich diskutieren.

WZ Pressemeldung

Altenstadt - 12. November 2020

Die drei Parlamente der Kommunen Limeshain, Hammersbach und Büdingen sollen über eine Westerweiterung des Logistikhallengebiets Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Limes („ZWIGL“) abstimmen. Doch erst vor kurzem wurden die Unterlagen vorgelegt. Dabei fehlen vielfach genauere Unterlagen, Gutachten usw., um die Aussagen in der Planungsvorlage zu prüfen. Die Unterlagen wurden vom gleichen Planungsbüro „PlanES“ in Gießen vorgelegt, die auch die Planungen für das Logistikzentrum für REWE in Wölfersheim entwickelt hatte. Dort klagt der BUND Landesverband Hessen und hat immerhin schon einen Baustopp erreicht.

Dr. Werner Neumann, Kreisvorsitzender des BUND Kreisverband Wetterau, der auch Ortvorsitzender des BUND Ortsverbandes für Altenstadt, Limeshain und Glauburg ist, stellt dazu fest:

„Die Unterlagen reichen unseres Erachtens überhaupt nicht aus, dass sich Gemeindevertreter*innen damit qualifiziert auseinandersetzen können. Besonders kritisch ist, dass der Schutz von Gewässern und Grundwasser völlig unzureichend bearbeitet wurde. Obwohl das Gebiet zum „Vorbehaltsgebiet für den Grundwasserschutz“ im Regionalplan zählt, heißt es in der Planungsvorlage, die nun abgestimmt werden soll, dass „die Planung weder öffentliche Gewässer noch Quellen tangiere“. Dies ist jedoch grundlegend falsch“, stellt Neumann fest.

Gerade die riesigen Hallen, die nun noch immens erweitert werden sollen, bedingen einen hohen Anfall an Regenwasser, das in irgendein Gewässer abgeleitet werden muss. Dafür gibt es noch keinerlei wasserrechtliche Grundlagen, ob dies möglich ist. Genau eine solche Frage ist ein Streitfall bei der Klage des BUND gegen REWE-Projekt und würde es sicherlich hier auch sein. Es macht also keinen Sinn, unausgegorene Planungen in den Parlamenten abzusegnen.

Besonders kritisch sieht Neumann die Betroffenheit einer Quelle, die direkt neben dem Regensammelbecken liegt. „Wir haben diese Quelle schon vor den ersten Planungen für die Hallen gesehen und auf deren Schutz hingewiesen. Dann hat das Planungsbüro PlanES behauptet, die Quelle seien versiegt“, sagt Neumann. „und vor einem Jahr und selbst im trockenen Sommer 2020 war diese Quelle weiter vorhanden“. Dies habe auch ein Termin mit der Unteren Wasserbehörde bestätigt. Mit den neuen Hallen könnte diese Quelle erheblich beeinträchtigt werden. Es ist besser, erst eine gute Planung vorzulegen, den Dialog darüber zu führen, statt dass es wieder Klageverfahren geben muss.

Der BUND schlägt daher vor, zunächst die fachliche Arbeit ausführlich durchzuführen. Dann wäre es geboten, die Öffentlichkeit ausführlich zu beteiligen. Dies ist auch geboten, zumal einige der Kommunen das Projekt „Demokratie leben“ unterstützen. „Es ist schon ein Widerspruch, einerseits Demokratie hochzuhalten und andererseits bedeutsame Planungen im Schnelldurchgang mit unzureichenden Unterlagen ohne breite Debatte in den Orten durchzuziehen“. Der BUND hatte vor drei Jahren gefördert durch „Demokratie leben“ eine öffentliche Beteiligung für einen Bebauungsplan in Altenstadt selbst durchgeführt. Gut wäre es, wenn die Gemeindevertreter der drei Kommunen ein solches Projekt auch bei der Westerweiterung des ZWIGL unterstützen würden.

Weitere Informationen:

  • Rückfragen: Dr. Werner Neumann / BUND Ortsverband Altenstadt-Limeshain-Glauburg, Mobil: 0172 - 6673815
Last uns nicht Boden-los werden

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