Heimische Sträucher

Heimische Pflanzen sind grob gesagt Pflanzen, die schon seit Hunderten, ja Tausenden von Jahren natürlicherweise bei uns vorkommen. Aus unseren Gärten wurden diese Pflanzen aber erfolgreich verdrängt überwiegend durch solche mit besonderer Blütenpracht, wie z. B. Weigelien, Forsythien, Deutzien, dem Gefüllten Schneeball oder der Schneespiere. Bei diesen wurde durch Züchtung die Fähigkeit Früchte zu bilden oft stark bzw. ganz vernichtet, wodurch sie weitgehend wertlos für unsere Tierwelt wurden.

Holunder
Hundsrose

Doch nicht allein die Blüten sind von hoher Bedeutung, sondern der Wert einer Blume, eines Baumes oder eines Busches für den Naturhaushalt zeigt sich daran, inwieweit auch Blätter, Rinde, Säfte von der Tierwelt angenommen werden.

Ein Vergleich einheimischer mit nicht einheimischen Gehölzen in Bezug auf deren Nahrungsgrundlage für Vögel zeigt deutlich die Überlegenheit der einheimischen Gehölze. Selbst innerhalb von Pflanzenfamilien gibt es diesen Unterschied. So findet der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) bei 24 Vogelarten Zustimmung im Gegensatz zum fremden weißen Hartriegel (Cornus alba), der nur 8 Arten zusagt. Die Vögel sind jedoch die Endglieder einer langen ineinander verwobenen Nahrungskette. Sie fressen nicht nur Früchte, sondern auch Insekten, die wiederum abhängig sind von ganz bestimmten Pflanzen. Die Spezialisierung kommt oft erst im Laufe von Jahrtausenden zustande.

Beispiele: Für Wildrosen existieren 103 und für den Weißdorn 163 Spezialisten, vermutlich sind es noch viel mehr. Diese Sträucher haben auch noch einen weiteren Vorteil: Sie sind wesentlich besser an sogenannte Schädlinge (z.B. Läuse) angepasst als nicht heimische und nicht standortgerechte. Selbst wenn einige gelegentlich völlig kahl gefressen werden, können sie sich erholen und unterstützen gleichzeitig die Entwicklung der entsprechenden Fressfeinde (z.B. Marienkäfer).

Einige Sträucher lassen sich auch für uns Menschen verwerten. Am bekanntesten dürfte der Holunder sein, dessen Blüten und Beeren in vielfacher Weise verwendet werden. Doch auch die Früchte der Cornbelkirsche und der Wildrosen lassen sich zu Marmeladen bzw. Brotaufstrichen nutzen.

Die heimischen Sträucher eignen sich für Anpflanzungen als Einzelsträucher, für Buschgruppen und für freiwachsende oder streng geschnittene Hecken. Es gibt kleine und große, schwach und starkwüchsige für unterschiedlichste Böden. Viele sind sehr wuchsfreudig. Dies sollte bei der Pflanzung berücksichtigt werden, damit nicht zu häufig Schnittmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Doch auch die Bodenbedürfnisse sind zu beachten. Für kleinere Gärten empfiehlt sich die Pflanzung einzelner Sträucher.

Pfaffenhütchen
Weinrose
Weißdorn

Wildsträucher für den Garten - eine Auswahl:
Die heimischen Sträucher gehören Pflanzenfamilien an aus denen eine Vielzahl weitere Sträucher, Ziersträucher mit gleichen oder ähnlichen deutschen Namen auf dem Markt sind, so z. B. von der Berberitze oder dem Schneeball. Der Kauf heimischer Pflanzen sollte daher immer mit dem lateinischen Namen erfolgen um sicher zu gehen, auch die richtige Pflanze zu erhalten.

  • Berberitze (Berberis vulgaris)
  • Gelber Blasenstrauch (Colutea arborescens)
  • Kornelkirsche (Cornus mas)
  • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Waldhasel (Corylus avallana)
  • Weißdorn (Crataegus monogyna)
  • Besenginster (Cytisus scaparius)
  • Seidelbast (Daphne mezereum)
  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaes)
  • Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Alpenjohannisbeere (Ribes alpinun)
  • Hundsrose (Rosa canina)
  • Weinrose (Rosa rubiginosa)
  • Bibernellrose (Rosa spinosissima)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Roter Holunder (Sambucus recemosa)
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
Seidelbast, Blüte März
Cornelkirsche, Blüte Februar/März


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