Friedhöfe - Höfe des Friedens zwischen Mensch und Natur

eines Friedens zwischen Lebenden und Toten - Höfe, Gärten der Erinnerung, des Rückbesinnens, der Stille. Und doch keiner Totenstille, denn die Natur lebt dort weiter, wird zu einer Kulisse, die Einkehr, Ruhe und Erholung möglich macht.

Alte Friedfhöfe strahlen diese Atmosphäre aus. Sie zeigen häufig ein Bild der Harmonie. Grabstätten und Grabststeine passen zusammen, bilden eine Einheit, der jede Aufdringlichkeit und Auffälligkeit fehlt. Und selbst dort, wo aus Platzmangel die Kastenform des Grabes dicht an dicht ausgewählt werden musste, haben unsere Vorfahren durch Strauchgruppen und hochstämmige Bäume den Bogen in die weite der Landschaft und die Höhe des Himmels geschlagen.

Alte Friedhofsmauern bieten Fels - und Mauerfugenpflanzen rar gewordene Nischen und am Fuße der Mauern siedeln sich  ebenso wie am Heckensaum nährstoffliebende Pflanzen an. Flechten und Moose breiten sich auf den Steinen aus und geben ihnen einen besonderen Reiz. Manche Moosarten werden heute überwiegend nur noch auf alten Friedhöfen gefunden.

Friedhöfe dieser Art sind mehr als nur Grabfelder für Tote. Sie können auch Lebende zum Verweilen einladen, zur Meditation oder gar zur Erholung, denn in solchen Friedhofsgärten ist naturnaher Bodenbewuchs die Norm, aufgelockert durch Blütenstauden und im Herbst durch viele Blätter, durch die man so angenehm raschelnd hindurchgehen kann.

Mächtige alte Bäume recken im Spätherbst ihre Äste in die Höhe. Sie sind inzwischen fast frei von ihrer sommerlichen Blätterpracht, aber hier und da weht noch ein einzelnes, buntes Blatt in der luftigen Höhe der Baumkrone. Und dazwischen turnt noch ein Eichhörnchen von Baum zu Baum. 

Im Parterre zwischen den alten Grabstätten, dort wo das welke Laub den Grasboden bedeckt, raschelt es. Blätter heben sich ein wenig, ein schnüffelndes Näschen wird sichtbar, Schnurrhaare und dahinter zwei große schwarzglänzende Knopfaugen: eine Waldmaus schaut vorsichtig aus ihrem Versteck unter dem Grabstein hervor. Nach kurzer schützender Umschau verlässt sie ihr Loch und springt davon auf der Suche nach Sämereien, die ihr die Früchte von Linde und Buche reichlich bescheren.

Wer auf einem Friedhof Totenstille erwartet, irrt sich. Die alten Bäume, das Strauchwerk, Reisig und Herbstlaub bieten vielfältige Verstecke für Tiere aller Art, zugleich auch Nahrung für viele Vogelarten. Im Gezweig der Bäume turnen Schwanz- und Blaumeisen, Goldhähnchen suchen nach Kleininsekten und auch Baumläufer und Kleiber sind - stammauf, stammab - dabei , die Rinde der Bäume nach Insekten oder deren Larven zu untersuchen. Im Laub am Boden rascheln Rotkehlchen, Singdrosseln und Amseln, die dort Würmer, Krebstierchen und Schnecken in ihrem winterlichen Unterschlupf aufspüren. Vor allem die Singdrossel bemächtigt sich geschickt der Schnecken, indem sie die Häuschen an Steinen zerschlägt.

7 Empfehlungen für umweltgerechte Grabpflege und Grabchmuck

  1. Verwenden Sie keinen Torf sondern Rindenmulch, er l ockert den Boden und vermeidet Verunkrautung. Nur so schützen Sie unsere letzten Moore und erhalten vielen bedrohten Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum.

  2. Ein guter Torf- und Rindenmulchersatz ist das Herbstlaub. Verteilen sie es auf dem nackten Boden . Viele Insektenarten können hier überwintern und Vögel haben in der kalten Jahreszeit eine natürliche Futterquelle.

  3. Verwenden Sie keine Pflanzen mit gefüllten Blüten. Greifen Sie lieber auf alte Züchtungen zurück. Diese dienen Schmetterlingen, Hummeln, Bienen und anderen Insektenarten als Futterquelle.

  4. Pflanzen Sie möglichst keine Nadelgehölze. Wählen Sie Sträucher, die Beerenfrüchte tragen. Sie bringen auch im Winter Farbe auf das Beet und den Vögeln Nahrung.

  5. Zur Kunststoff-Müllvermeidung achten Sie beim Kauf darauf, dass die Kränze und Gestecke nicht auf Kunststoff gesteckt sind. Bestehen Sie auf natürlichen Materialien, wie z . B. Stroh- und Weidenunterlagen, eventuell Draht.

  6. Vermeiden Sie grundsätzlich Grabschmuck aus Kunststoff, denn alle Materialien sollten kompostierbar sein und sich in den natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens einordnen.

  7. Verzichten Sie auf jeden Fall auf gold-, silber- und andersfarbige Sprays.

geeignete Pflanzen für die Grabbepflanzung

Erinnern möchten wir daran, daß einige Pflanzen von altersher Symbolträger sind. So galten früher sog. "Immortellen", das sind Pflanzen mit trockenhäutigen und daher dauerhaften Blütenständen, als Sinnbild der Unsterblichkeit, z. B. die Gartenstrohblumen und das Perlkörbcben (Anaphalis). Pflanzen, die einen Ring ausweisen, wie z. B. die Ringelblume, galten als Symbol der Ewigkeit; Schlafmohn als Symbol des Todesschlafes und Lilien als Symbol der Reinheit.

Gehölze

Bartblume blaue Blüten im Spätsommer; 1m
Eibe (Taxus) ideale Heckenpflanze;
Buchsbaum versch. Wuchsformen, Zwergform (Einfassungsbuchs) ist gute Grabumrandung
Felsenbirne weiße Blüten; blauschwarze Früchte
Flieder weiß, rosa, violette Blüten
Hortensie rosa; 1m
Japan. Scheinquitten rote Blüten; kleine Quittenfrüchte; versch. Sorten; schnittverträglich
Strauch- und Parkrosen viele Farben; Wuchshöhe je
nach Art; ungefüllte Blüten wählen!
Sommerflieder weiß, rosa-dunkelviolette Blütenrispen; 1-3m; (Schmetterlingsstrauch)
Stechpalme (Ilex) Immergrün; rote Früchte; Wuchshöhe je nach Sorte

Stauden

Akelei / Blaukissen / Braunelle / Christrose / Fetthenne (Sedum) / Flockenblume / Felsennelken / Gemswurz / Glockenblumen / Goldnessel / Günsel / Habichtskraut / Hauswurz / Immergrün, kleines / Küchenschelle / Lavendel / Mauerpfeffer / Nelken / Lungenkraut / Perlkörbchen / Primeln / Pfingstrose / Seifenkraut / Skabiosen / Steinbrech / Storchschnabel / Tränendes Herz / Trollblume / Veilchen / Witwenblume / Zwergalant / Vergißmeinicht

Blumenzwiebeln

Blaustern / Krokusse / Märzenbecher / Schmucklauch / Schneeglöckchen / Tulpen / Traubenhyazinthen / Winterling

Akeelei
Storchschnabel
Fetthenne


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