16. Mai 2014

BUND Wetteraukreis ist für den Ausbau der Windenergie – Umfassende Stellungnahme eingereicht

BUND Wetteraukreis ist für den Ausbau der Windenergie - Umfassende Stellungnahme eingereicht

Der Kreisverband des BUND Wetterau hat eine umfangreiche Stellungnahme zum Ausbau der Windenergie beim Regierungspräsidium Darmstadt sowie dem Regionalverband FrankfurtRheinMain eingereicht. Beide Gremien hatten Entwürfe für die Planung von Vorranggebieten für Windenergie vorgelegt.

Grundsätzlich spricht sich der BUND für den Ausbau der Windenergie aus. Immerhin könnte mit 140-200 Anlagen im Wetteraukreis eine Stromerzeugung von bis zu 1200 Mio. kWh erfolgen. Damit könnte der Stromverbrauch in der Wetterau zu 60% aus Windenergie gedeckt werden. Zusammen mit dem Ausbau von Solarstrom und vor allem der Stromeinsparung könnte das Ziel des Wetteraukreises – eine 100%ige Versorgung aus erneuerbaren Energien bis spätestens zum Jahr 2050 Realität werden. Wie der Energieexperte des BUND, Dr. Werner Neumann, betont, ist die Windenergie die kostengünstigste Stromerzeugung und weist zudem den geringsten Flächenbedarf auf.

Aus Sicht des Naturschutzes schlägt der BUND vor, die Auswahl durch die Planungsgremien zu überarbeiten. Bei den Risiken und Einschränkungen seien andere Einwirkungen auf Vögel und Fledermäuse nicht genügend verglichen und abgewogen worden. Auch Strassen, Hochspannungsleitungen hätten erhebliche Auswirkungen. Bei der Windenergie hingegen liegen in Hessen bislang nur wenige Nachweise für Tötungen durch Windräder vor. Die Anlagen könnten auch zum Schutz von Fledermäusen von Detektoren gesteuert gezielt abgestellt werden.

Auch bei der Auswahl der Vorranggebiete sei man zu restriktiv vorgegangen. Der BUND fordert eine neue Berechnung mit einer von 5,75 auf 5,5 m/s abgesenkten Schwelle für die mittlere Windgeschwindigkeit.

„Wenn wir die Restriktionen der Planentwürfe in beiden Fällen lockern, gibt es eine größere Auswahl von Windvorranggebieten und erst dann einen Spielraum zur Abwägung innerhalb der Wetterau“, betonte der Energieexperte des BUND Dr. Werner Neumann. Der BUND schlägt daher vor, das große Gebiet bei Rockenberg, Wölfersheim und Münzenberg zu halbieren und in drei Teilgebiete zu zerlegen. Andererseits schlägt der BUND vor, weitere neue Gebiete bei Karben, Rosbach-Wöllstadt, Gedern, zwischen Friedberg und Florstadt sowie östlich Bad Vilbel neu zu prüfen. „Mit einer gleichmäßigeren Verteilung könnten auch andere Orte von der Windenergie profitieren und insgesamt die Akzeptanz erhöht werden“. Denn jeder Ort müsse sich überlegen, woher man künftig ohne Atom, Kohle und Öl seinen Strom herbekommen könne. Positiv wertet der BUND die Entscheidung der Stadt Büdingen, die nach heftigen Diskussionen sich nun mit breiter Mehrheit für die Windkraftanlagen auf ihren kommunalen Flächen ausgesprochen habe. Dies ist genau, was der BUND immer als „dezentrale Bürgerenergiewende von unten“ propagiert habe.

Der BUND geht auch fachlich auf einige Argumente von Windkraftgegnern ein und zeigt, dass diese, ob nun „Infraschall“, „Speicherung von Strom“ und „Neodym in Windkraftanlagen“, nicht stichhaltig sind.

Laden Sie sich die komplette Stellungnahme vom BUND Wetterau für das Gebiet des Wetteraukreises zum Sachlichen TEILPLAN ERNEUERBARE ENERGIEN Text und Umweltbericht, Regionalplan Südhessen Entwurf 2013 und Regionaler Flächennutzungsplan Vorentwurf 2013 (pdf; 700KB) herunter.

Kritik des Energieexperten Dr. Werner Neumann (OV Altenstadt) an Herrn Schwarz als Vorstand der OVAG.

Ausschnitt aus dem Offenen Brief von Dr. Werner Neumann (BUND OV Altenstadt und Sprecher des Bundesarbeitskreis Energie des BUND) an Rainer Schwarz (Vorstandsvorsitzender der OVAG-Gruppe)

Herr Schwarz hatte in der OVAG-Zeitschrift falsche Tatbestände verkündet, insbesondere der Förderung der Erneuerbaren Energien eine immense Schadenswirkung zugesprochen, wo das Gegenteil richtig ist.
Bezeichnend und befremdend ist, dass Herr Schwarz ausgerechnet sich gegen die gesetzlichen Regeln stark macht, von denen die OVAG in den letzten Jahren bei Investitionen in Wind- und Sonnenenergie sowie Biomasse profitiert hat und die die OVAG auch weiter nutzen will.

Lesen Sie die Kritik von Dr. Werner Neumann (BUND OV Altenstadt und Sprecher des Bundesarbeitskreis Energie des BUND) im Offenen Brief an Rainer Schwarz (Vorstandsvorsitzender der OVAG-Gruppe) (pdf; 315 KB)



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